Maßnahmen & Unterstützungen in der Corona-Krise

Updates am 27.03.2020!
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise sind noch nicht abschätzbar und natürlich auch nicht was das für dich als Jungunternehmer wirklich bedeutet. Hier siehst du im Überblick die aktuell verfügbaren Maßnahmen - diese werden laufend ergänzt, fast stündlich treffen neue Informationen ein - die den österreichischen Unternehmen möglichst schnell und unbürokratisch helfen sollen. (Stand der Inhalte: 27.03.2020)

 

Neueste Infos

  • Neu seit 27.03.2020: Härtefallfonds für Ein-Personen-Unternehmen und Kleinstbetriebe: Der Härtefall-Fonds mit einem Volumen von vorerst einer Milliarde Euro ist eine rasche Erste-Hilfe Maßnahme der Bundesregierung für die akute finanzielle Notlage in der Corona-Krise. Er unterstützt all jene Selbständigen, die jetzt keine Umsätze haben, bei der Bestreitung ihrer Lebenshaltungskosten. Das Geld ist ein einmaliger Zuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden. Hier geht es zum Antragsformular.

    Wer kann beantragen?

    • Ein-Personen-Unternehmer

    • Kleinstunternehmer, die weniger als 10 Vollzeit-Äquivalente beschäftigen und max. 2 Mio. Euro Umsatz oder Bilanzsumme aufweisen1.

    • Erwerbstätige Gesellschafter, die nach GSVG/FSVG pflichtversichert sind

    • Neue Selbständige wie z.B. Vortragende und Künstler, Journalisten, Psychotherapeuten

    • Freie Dienstnehmer wie EDV-Spezialisten und Nachhilfelehrer

    • Freie Berufe (z.B. im Gesundheitsbereich)

! Alle weiteren Infos, zu den genauen Kriterien und weiteren FAQ's und direkt zum Antragsformular findest du direkt hier auf der Website der WKO.

  • Neu seit 18.03. : WKO setzt Vorschreibung der Grundumlage aus

    Zur Linderung von etwaigen Liquiditätsengpässen der Mitglieder aufgrund der Corona-Krise, setzt die WKO ab sofort die Vorschreibung der Grundumlagen für dieses Jahr bis auf Weiteres aus. Bereits erfolgte Vorschreibungen für das Jahr 2020 sind als gegenstandslos zu betrachten.

Ein Überblick: Welche Sofortmaßnahmen und Überbrückungsmaßnahmen für Unternehmen gibt es (Stand & noch immer aktuell lt. 20.03.2020)
Was es aktuell alles gibt und was wo zu beantragen ist - hier ein Überblick und im Anschluss gibt es mehr Details ausgeführt:

  • Corona-Kurzarbeit: vorübergehende Herabsetzung der Normalarbeitszeit und des Arbeitsentgelts wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Sie hat den Zweck, die Arbeitskosten vorübergehend zu verringern und die Beschäftigten zu halten.

  • Weitere Möglichkeiten Mitarbeiter im Unternehmen zu halten: Teilzeit, Urlaub etc. 

  • Überbrückungsgarantien: Haftungsübernahme im Ausmaß von 80% für Überbrückungskredite für

    • Klein- und Mittelbetriebe sowie freie Berufe durch die Austria Wirtschafsservice aws hier

    • Tourismusbetriebe durch die Österreichische Hotel- und Tourismusbank ÖHT hier

    • Exportförderung durch die Österreichische Kontrollbank ÖKB hier

  • Hausbank als erste Anlaufstelle: Ansuchen um Stundung von Tilgungen und Zinsfreistellung für bestehende Kredite bei deiner Hausbank

  • Steuerstundungen, Herabsetzung der Steuervorauszahlungen, Abstandnahme von Nachforderungszinsen, Stundungszinsen und Säumniszuschlägen | Details siehe unten

  • Sozialversicherung der Selbständigen (SVS): Stundungen, Ratenzahlungen, Herabsetzen von Beitragsgrundlagen und Nachsicht von Verzugszinsen sind möglich. | SVS-Infoseite 

  • Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK): Stundungen, Ratenzahlungen, Nachsicht bei Säumniszuschlägen, Aussetzen von Exekutionsanträgen und Insolvenzanträgen möglich. | Details siehe unten

  • Miete von Geschäftsräumlichkeiten: Mietzins – Entfall oder Minderung - siehe im Vertragsrecht Punkt 3

  • Beratungsunterstützung Finanzierung: Geförderte betriebswirtschaftliche Beratung zur Analyse und Aufbereitung der Finanzsituation für Kredit- und Förderansuchen sowie Unterstützung bei Bankgesprächen bzw. wenn aufgrund von Erstgesprächen Bankfinanzierung scheitert.Mehr Info hier.

  • Weitere geplante Finanzierungsunterstützungen sind in Ausarbeitung (Stand 27.03.2020)

    • Notfallfonds zur Abfederung finanzieller Auswirkungen der Coronakrise: Dafür wurden 15 Milliarden Euro von der Bundesregierung aufgestellt, daraus sollen Kredite + Zuschüsse gewährt werden. Die Details werden gerade ausgearbeitet, Infos folgen! 

    • Zinsfreie Mikrokredite mit Haftungsübernahme durch Land und WKV (mehr Infos dazu sollen nächste Woche folgen!)

Corona-Kurzarbeit

Die aktuelle Situation ist wirklich nicht einfach - was tun mit den Mitarbeitern, wenn die Arbeit ausbleibt? Ja ganz klar, das ist die Frage der Tage und Stunden! Als eine mögliche Hilfestellung wurde von der Regierung das Corona-Kurzarbeit-Modell geschaffen. Diese ermöglicht eine wesentlich schnellere und unbürokratischere Abwicklung der Fälle als das herkömmliche Kurzarbeitszeit-Modell. Es sind nicht mehr sechs Wochen von der Antragsstellung bis zur Kurzarbeitseinführung, sondern kann innerhalb von 48h abgewickelt werden.

Sowie eine erhöhte Kostenerstattung an die Arbeitgeber. Konkret: Lohnkosten werden refundiert. Diese aktuelle Form der Kurzarbeit ermöglicht eine Reduktion der Normalarbeitszeit auf bis zu 10% über den gesamten Zeitraum gerechnet, sie kann zeitweise auch auf 0% reduziert werden. Aktuell kann die Corona-Kurzarbeit-Vereinbarung für eine Dauer von maximal drei Monaten geschlossen werden, bei Bedarf ist eine Verlängerung um weitere drei Monate möglich.
Die Mehrkosten trägt das AMS, nicht Unternehmen. Notwendig ist ein Antrag beim AMS. Die Corona-Kurzarbeit kann für maximal 3 Monate abgeschlossen werden. Bei Bedarf ist eine Verlängerung um weitere 3 Monate möglich.

Es gibt dabei eine Nettoentgeltgarantie. Arbeitnehmer mit Bruttolöhnen über 2.685 Euro erhalten ein Entgelt von 80% des vor Kurzarbeit bezogenen Nettoentgelts, Arbeitnehmer mit Bruttolöhnen zwischen 1.700 und 2.685 Euro erhalten 85%, Arbeitnehmer mit Bruttolöhnen unter 1.700 Euro erhalten 90%.

SV-Beiträge sind auf Basis des Entgelts vor der Kurzarbeit zu entrichten (= 100% SV-Beiträge), also sind zu zahlen wie vor der Kurzarbeit. Das AMS ersetzt dem Arbeitgeber die auf Grund der besonderen Beitragsgrundlage (= letztes Monat vor Kurzarbeit) erhöhten Aufwendungen für die SV-Beiträge bereits ab dem ersten Monat der Kurzarbeit (dies wurde von den Sozialpartnern nun neu erreicht!)

Das Kurzarbeits-Modell ist allen Unternehmen zugänglich, unabhängig von der Größe oder Branche - also auch für euch als Jungunternehmer in kleineren Betrieben! Unbedingt mal anschauen!

Und ganz wichtig:
Der Arbeitnehmer muss Alturlaube sowie offene Zeitausgleichsguthaben vorab nicht verbrauchen, es kann bestehen bleiben. Natürlich ist es optimal wenn dies miteinander ausgemacht werden kann und der Mitarbeiter hier nun Urlaub nimmt. 

Zu beachten ist weiters, dass, wenn das AMS die Kurzarbeit fördert, der Arbeitgeber während der Kurzarbeit kein Arbeitsverhältnis kündigen darf, es sei denn, dass das zuständige AMS in besonderen Fällen eine Ausnahme bewilligt. Es darf auch die Kurzarbeit für die anderen Mitarbeiter erst am Tag nach der letzten Kündigung im Unternehmen beantragt werden!

 

Wie kann beantragt werden - der Ablauf:

    1. Information einholen bei der WKV oder beim AMS. Anträge können seit Montag, 16.03.2020 gestellt werden. 

    2. Schritt: Folgende Dokumente ausfüllen / Vereinbarungen abschließen:

       Unternehmen mit Betriebsrat: von Arbeitgeber und Betriebsrat unterzeichnete „Sozialpartnervereinbarung – Betriebsvereinbarung" oder
      Unternehmen ohne Betriebsrat: von Arbeitgeber und allen betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unterzeichnete „Sozialpartnervereinbarung – Einzelvereinbarung"  (Mehr Infos auch in der Handlungsanleitung)

      AMS-Antragsformular (Corona)

       Begründung über wirtschaftliche Schwierigkeiten (Verweis auf "Corona und Umsatzausfall" - ein kurzer Satz mit diesen Stichworten genügt)

       Weitere Infos zur Kurzarbeit findest du direkt auch auf der Website der WKO

    3. Beide Dokumente kannst du direkt an den AMS schicken (es ist nicht mehr notwendig, die Sozialpartnervereinbarung an die WKV zu schicken - Stand 23.03.2020!)

    4. Rückmeldung AMS an Unternehmen über Genehmigung / Nachbesserungsbedarf / Ablehnung
      Weitere Links rund um das Thema Corona-Kurzarbeit seitens AMS:
      Details zur Kurzarbeit
      FAQ im PDF
      Infos zum Coronavirus 

      Ein Hilfevideo wie du die Anträge genau ausfüllen musst gibt es hier

Mehr Infos direkt auch auf news.wko.at

Weitere Möglichkeiten für Mitarbeiter bzw. Angestellte im Überblick

Aktuell ist das Ziel, Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Wie dies - neben der Kurzarbeit - noch gehen kann: 

  •  Teilzeit vereinbaren – Arbeitszeit reduzieren
    Dazu muss allerdings eine Vereinbarung mit dem Mitarbeiter getroffen werden, idealerweise schriftlich.

  •  Urlaub – Zeitausgleichsvereinbarung
    Diese Vereinbarung sollte ebenfalls schriftlich getroffen werden, denn eine einseitige Urlaubsanordnung ist nicht zulässig.

  • Aussetzungsvereinbarung
    Der Mitarbeiter „geht eine gewisse Zeit stempeln“, bedeutet einvernehmliche Lösung und Sie treffen aber eine Wiedereinstellungsvereinbarung zu einem späteren Zeitpunkt.

  • Unbezahlter Urlaub
    Es wird unbezahlter Urlaub vereinbart. Aber beachten Sie bitte, dass bei einem unbezahlten Urlaub bis zu einem Monat der Dienstnehmer alle Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen hat; ist also relativ teuer.

  • Weiterbildungsmaßnahmen überlegen, wie Bildungskarenz oder Bildungsteilzeit

  • Dienstfreistellung
    Eine teure Variante, da der Dienstgeber das Entgelt weiterzahlen muss.

Krisenbewältigungsfonds

Im Schulterschluss zwischen Bundesregierung und Sozialpartnern wurde zuerst (Stand 14.03.2020, Maßnahmen zum Nachlesen) ein Krisenbewältigungsfonds in der Höhe von 4 Milliarden Euro im Parlament beschlossen. Dieses wurde nun aufgestockt (Stand 18.03.2020) und es werden 38 Mrd. Euro für die Unterstützung der Unternehmen zur Verfügung gestellt. Die 38 Milliarden Euro  setzen sich zusammen aus: 9 Milliarden Euro für Garantien und Haftungen zur Kreditabsicherung, 15 Milliarden Euro an Notfallhilfen für "besonders hart" getroffene Branchen und 10 Milliarden Euro für Steuerstunden. 

Das heisst also, das Budget ist für folgende Handlungsfelder gedacht:

  • Maßnahmen zur Stabilisierung der Gesundheitsversorgung

  • Maßnahmen zur Belebung des Arbeitsmarkts (v.a. Kurzarbeit)

  • Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung

  • Maßnahmen zur Abfederung von Einnahmeausfällen infolge der Krise

  • Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Epidemiegesetz

  • Maßnahmen zur Konjunkturbelebung

Mehr Details dazu folgen, sobald die Infos von der Bundesregierung kommen.

 

Steuerliche Maßnahmen

Für Unternehmen in wirtschaftlicher Notlage aufgrund der Corona-Krise hat das Finanzministerium ab sofort geltende Steuererleichterungen und Sonderregelungen festgesetzt:

  • Herabsetzung von Einkommen- oder Körperschaftssteuervorauszahlungen

  • Nichtfestsetzung von Einkommen- oder Körperschaftsvorauszahlungen

  • Keine Festsetzung von Nachforderungszinsen

  • Stundung und Entrichtung der Abgaben in Raten

  • Herabsetzung von Stundungszinsen

  • Herabsetzung von Säumniszuschlägen

  • Stundung der Kammerumlage 1 und Kammerumlage 2 zu beantragen. 

Weitere Infos gibt es hier oder direkt zum Antrag. 

 

Liquiditätsunterstützung

 Ein Teil des Krisenbewältigungsfonds soll Unternehmen in ihrer Liquidität unterstützen. Details und Richtlinien werden derzeit noch erarbeitet. Grob beinhaltet die Liquiditätsunterstützung folgende Aspekte. 

Weitere Infos folgen sobald von der Bundesregierung vorhanden!

 

Herabsetzung oder Stundung der Beiträge zur Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS)

Wer vom Coronavirus direkt oder indirekt durch Erkrankung und Quarantäne betroffen ist oder mit massiven Geschäftseinbußen rechnet und dadurch Zahlungsschwierigkeiten hat wird von der SVS unterstützt durch folgende Möglichkeiten:

  • Stundung der Beiträge

  • Ratenzahlung der Beiträge

  • Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage

  • Gänzliche bzw. teilweise Nachsicht der Verzugszinsen.

Die Anträge zur Stundung und Ratenzahlung können formlos schriftlich per E-Mail eingebracht werden. Die Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage kann mittels Online-Formular beantragt werden.

Mehr Infos auch auf news.wko.at 

 

Sobald weitere Infos folgen, werden sie hier veröffentlicht! Und sonst auch regelmäßig auf die Seite der WKO in die FAQ's schauen!

 

Liebe JWV-Mitglieder, in Zeiten wie diesen brauchen wir die Stärke der Community! 

Zum Austauschen der aktuellen Themen untereinander haben wir nun unser Austauschen-Format ins Digitale gehoben. Im Facebook gibt es die Gruppe JWV Community.

Nutzt diese Gruppe für euren Austausch. Tauscht euch aus - es geht euch in den Branchen sicher ähnlich.. #bleibtgesund #bleibtstark