Stimmungsbild Corona: Durchwachsen und dennoch ein klares Bild: Jungunternehmer reagieren schnell & flexibel!

Das aktuelle Stimmungsbarometer der Jungen Wirtschaft Vorarlberg (JWV) zeigt eine durchwachsene Stimmung bei den Mitgliedern der Jungunternehmer/-innen. Doch eines ist ersichtlich: Jungunternehmer reagieren rasch auf die aktuellen Herausforderungen.

Dynamische Jungunternehmer   

Viele Jungunternehmer haben unmittelbar reagiert, neue, innovative und kreative Lösungsansätze gefunden & ihr Geschäftsmodell den derzeitigen Situationen angepasst. Digitale Lösungen, Homeoffice und technische Innovationen sind wichtiger denn je und wurden auch direkt in der Praxis umgesetzt.

Aus der Situation haben sich viele Chancen und neue, auch beizubehaltende Gewohnheiten etabliert, wie von zahlreichen befragten Jungunternehmern angegeben wird: Dazu zählen vorrangig die digitalen Kommunikationsformen wie Online- und Telefonkonferenzen, durch die Zeitaufwände verkürzt oder Reisen ersetzt werden können. Schnelle und flexible Lösungen waren in den letzten Wochen gefragt.

Mutig blicken immerhin rund 16% der befragten Jungunternehmer dennoch „positiv“ auf das kommende Geschäftsjahr.

Durchwachsene Stimmung

Gleichzeitig zeigt die Umfrage auf, dass die Corona Krise große Herausforderungen mit sich bringt und das Stimmungsbild mittelmäßig ist. Rund 60 Prozent der Befragten beurteilen ihre aktuelle Lage als „ganz ok“ oder als „kann ich noch nicht sagen“ und sehen die Lage durchwachsen.

Dennoch auch getrübte Stimmung bei einigen Jungunternehmern: 24 Prozent sehen die Situation für ihr Unternehmen jetzt schon „kritisch“ und fünf Prozent sogar als „aussichtslos“. Die direkten Auswirkungen der Corona-Krise sind dabei vorrangig Umsatzrückgang und Umsatzentfall – von 80 Prozent der Befragten angegeben –, gefolgt von Stornierungen von Aufträgen und Buchungen und damit geringerer Nachfrage (53 Prozent), Absage von Messen und Veranstaltungen (48 Prozent), Reiseeinschränkungen (41 Prozent) und Unsicherheit oder Aufschiebungsnotwendigkeit von geplanten Investitionen (34 Prozent).

„Auch wenn derzeit der Ausblick und das Stimmungsbild durchwachsen ist & ich die Unsicherheit bei den Jungunternehmern spüre, glaube ich fest an jeden jungen Unternehmer und junge Unternehmerin. Mir ist klar und bewusst, dass die nächsten Monate geprägt sind von harter Arbeit, neuen Geschäftsmodellen und vieles anders und neu gedacht werden muss. Dennoch bleibe ich positiv und für mich ist eines klar: Wir werden gestärkt aus dieser Zeit hervorgehen”, zeigt sich Verena Eugster, Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Vorarlberg, optimistisch.

Breite Unterstützung

38 Prozent haben als unterstützende Maßnahme Kurzarbeit angemeldet sowie Steuer- und Sozialversicherungsstundungen (23 Prozent) beantragt. Zudem wird der Härtefallfonds von zahlreichen Jungunternehmer/-innen in Anspruch genommen: Bei Phase 1 von 27 Prozent, bei Phase 2 von 19 Prozent. Die JWV konnte im Zuge der zahlreichen Beantragungen Anfragen und Negativbescheide aus Phase 1 mit der JW-Bundesführung auch bei der Bundesregierung erfolgreich die Interessen der Jungunternehmer aufs Tapet bringen: Es wurden Richtlinienanpassungen für die Phase 2 vorgenommen – klar zugunsten der Jungunternehmer.

„Wir sind für unsere Mitglieder und das Jungunternehmertum rund um die Uhr im Einsatz. Dazu sind wir im ständigen Austausch mit der Jungen Wirtschaft Österreich und allen Bundesländern, um die Stimmen unserer Mitglieder direkt an den Bund in Wien weiterzugeben“, sagt Verena Eugster. "In den vielen Gesprächen, Telefonaten und Kontakten ist eines klar: Es sind erste Schritte passiert und dennoch werden wir für unsere Mitglieder weiterhin „kämpfen“. Es wurde seitens der Bundespolitik versprochen, dass niemand durch den Rost fällt und von Seiten des Landeshauptmannes positiv mitgeteilt: „Niemand soll in dieser Krise seine Existenz verlieren. (Zitat Pressekonferenz 27.03.2020) Auf diese Worte werde ich bauen & ich hoffe auf gemeinsame Lösungen für unsere Jungunternehmer.“

 

Blick in den Herbst: Von Unsicherheit geprägt

Die von rund einem Drittel der Befragten angegebene Antwort „Kann ich noch nicht sagen“ steht für sich: Der Ausblick der Jungunternehmer auf das anstehende Geschäftsjahr und die weitere Beurteilung der Lage ist durch große Unsicherheit und viele Ungewissheiten geprägt. „Speziell die Langzeitfolgen und die große Frage, was erwartet uns im Herbst ist ein ständiger Begleiter“, so Eugster. „Der Stimmungsbarometer bestätigt unsere Arbeit bisher, nun geht es darum, mit der Politik die nächsten Schritte für unsere Jungunternehmer und Jungunternehmerinnen zu erarbeiten.“

 

Statements Jungunternehmer Vorarlbergs

"Ich versuche, das Beste aus einer herausfordernden Situation zu machen. Es hilft nichts, sich ins Bockshorn jagen zu lassen und einer unvorhersehbaren Zukunft ohne Hoffnung entgegenzublicken. Man muss die eigenen Kompetenzen analysieren und gegebenenfalls anpassen, über den Tellerrand blicken und kreativ werden. Das versuche ich zumindest, natürlich auch mit gemischten Gefühlen. Auch wenn verschiedene Projekte einen unbekannten Status haben oder ins Ungewisse verschoben werden, kann man aktiv bleiben. In meinem Fall: ich war noch nie so kreativ wie jetzt und bereite mich so auf die Zukunft vor."
Cornelia Baumgartner, Cinemear

 

"Obwohl wir zu Beginn der Corona-Maßnaßnahmen große Rückgänge bei den Anfragen und Aufträgen hatten, sind wir immer voll dran geblieben. Wir haben uns der Situation schnell angepasst. Dabei ist uns zu Gute gekommen, dass unser Vertrieb schon vor der Krise größtenteils online stattgefunden hat und wir schon lange, statt auf einen Außendienstverkauf, auf günstige Preise setzen. Nun sind wir bei den Bestellungseingängen schon fast wieder auf dem Niveau wie „vor Corona“. Am Markt ist derzeit zwar immer noch vieles ungewiss, für uns lässt sich nun aber hoffen, dass wir sogar gestärkt aus der Situation hervorkommen können. Wir sind spezialisiert auf individuell hergestellte und bedruckte Schirme und Zelte, die wir per Webshop an Firmen aller Art verkaufen und neuerdings auch vermieten."
Christian Ströhle, Schirmmacher

"Nach dem erfolgreichem Start ins neue Jahr hat uns die Corona-Krise kalt erwischt. Obwohl wir dank durchgängiger Digitalisierung unproblematisch und ohne große Einbußen auf Home-Office bzw. Schichtentrennung umstellen konnten, ist der Auftragseingang stark eingebrochen. Als Folge mussten wir die Kurzarbeit einführen und sind damit noch immer imstande den Bedarf unserer Kunden einwandfrei zu bedienen. Glücklicherweise sind einige, wenige Kunden noch aktiv und bescheren uns eine Grundauslastung. Das stimmt positiv auf die nächsten Wochen und Monate, denn irgendwann werden wohl alle wieder durchstarten. Wir haben in der Situation auch Möglichkeiten erkannt und kurzfristig neue Produkte entwickelt und umgesetzt. Mit MyMaskClip und MySafetySafe bieten wir nützliche Accessoires zu gängigen Masken an. Diese sind nicht nur für Privatpersonen sondern vor allem von solchen, die Masken arbeitsbedingt mehrere Stunden tragen müssen sehr hilfreich."
Martin Schmid, Montfort Kunststofftechnik

"Meine Arbeit als Expertin für Betriebliches Gesundheitsmanagement und Präventivkraft lebt vom persönlichen Austausch in Form von Beratungen, Workshops und Vorträgen. Auf Grund der Corona-Einschränkungen fiel dies von heute auf morgen weg, Aufträge wurden auf Herbst verschoben bzw. ganz abgesagt. Aber die Situation hat auch Positives, so bringt die gewonnene Zeit Entschleunigung, Neufokussierung, Reflektion und Zeit für die Familie mit sich. Flexibilität und Innovation sind jetzt gefragt. Die Nutzung von online-Tools und die Erarbeitung von neuen arbeitspsychologischen Themen wie z.B. „Umgang mit sozialer Isolation“, „Führung von Teams im Home Office“ lassen mich optimistisch in den Herbst starten.“
Vanessa Büttner, Büttner Gesundheitsmanagement