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Kaffee mit Charakter – die Story hinter ZOE Kaffeekultur

Margareth Solarte ist viel mehr als Kaffeeunternehmerin – sie ist Brückenbauerin zwischen Kulturen, Herkunft und Geschmack. Im Interview erzählt sie, wie ihre kolumbianischen Wurzeln und ihre Leidenschaft für Qualität ZOE Kaffeekultur prägen – und was sie antreibt, Kaffee mit allen Sinnen erlebbar zu machen.

 

Margareth, du bist die Geschäftsführerin von ZOE Kaffeekultur, einer Gourmet-Kaffeerösterei in Vorarlberg. Wie ist deine Leidenschaft für Kaffee entstanden und was hat dich dazu inspiriert, dein eigenes Unternehmen zu gründen?

Meine Leidenschaft für Kaffee ist tief verwurzelt – ich komme aus einer kolumbianischen Kaffeefamilie, bei uns ist Kaffee nicht nur Alltag, sondern Identität. Ich kenne die Pflanze von der Wurzel bis in die Tasse – im wahrsten Sinne.

ZOE Kaffeekultur habe ich nicht selbst gegründet – ich habe das Ruder übernommen, von Christian Birk, der ebenfalls mit viel Herzblut dabei war und in Vorarlberg bereits erste Spuren in Sachen Kaffeekultur hinterlassen hat.

Ob es Zufall war oder eine glückliche Fügung – ich bin hier gelandet, um das Projekt mit meiner eigenen Perspektive weiterzuführen: mit der Sicht einer Frau, die Kaffee nicht nur konsumiert, sondern auch produziert hat – in den Bergen Kolumbiens, Hand in Hand mit den Menschen, die ihn anbauen.

So wurde ZOE für mich zur Brücke zwischen zwei Welten: zwischen Ursprung und Genuss, zwischen Tradition und Innovation.

Du bietest verschiedene Produktlinien wie ‚ZOE pur‘, ‚ZOE art‘ und ‚ZOE bio‘ an. Was macht jede dieser Linien besonders, und was können deine Kundinnen und Kunden davon erwarten?

Ich arbeite mit drei Hauptlinien, die jeweils etwas anderes erzählen – aber alle haben eins gemeinsam: sie spiegeln meine persönliche Leidenschaft für Kaffee wider.

ZOE pur steht für reine Kaffees aus einem einzigen Ursprungsland, vor allem aus Lateinamerika – wie Guatemala, Kolumbien oder Costa Rica. Diese Kaffees zeigen ganz klar, wie unterschiedlich Kaffee schmecken kann, je nachdem wo und wie er angebaut wurde. Ohne Mischung – einfach purer Geschmack.

ZOE art ist meine kreative Linie. Hier geht es um das Mischen – aber nicht             irgendwie, sondern mit viel Gefühl. Ich kombiniere verschiedene Bohnen so, dass daraus ein Kaffee entsteht, der Charakter hat und mit allen Zubereitungsmethoden funktioniert.

ZOE bio gehört zur ZOE art Linie – es sind also auch Mischungen mit Charakter, aber alle Rohkaffees stammen aus biologischem Anbau.

Unsere Kund:innen können sich auf Transparenz, Qualität und vor allem: Vielfalt mit Profil freuen.

In einer Zeit, in der Kaffeekapseln und -pads weit verbreitet sind, setzt du auf hochwertig gerösteten Kaffee. Wie reagieren deine Kundinnen und Kunden darauf, und welche Rückmeldungen bekommst du?

Ich merke, dass viele meiner Kund*innen gerade deshalb zu mir kommen, weil sie bewusster genießen wollen – also lieber hochwertigen, frisch gerösteten Kaffee trinken, als irgendeinen anonymen Standard. Viele erzählen mir, dass sie erst durch ZOE richtig entdeckt haben, wie vielfältig Kaffee schmecken kann.

Was Kapseln angeht – na ja, sagen wir mal so: ich habe nichts dagegen. Im Gegenteil, sie sind super praktisch, vor allem wenn es schnell gehen muss. Ich verstehe total, warum sie so beliebt sind. Und ganz unter uns… ich denke auch in diese Richtung. Aber wenn, dann soll es richtig gemacht werden – mit gutem Kaffee und ohne schlechtes Gewissen für die Umwelt.

Nachhaltigkeit und Qualität sind dir besonders wichtig. Wie stellst du sicher, dass diese Werte in jedem Schritt deiner Produktion und Lieferung eingehalten werden?

Für mich beginnt Qualität nicht erst in der Rösterei – sie fängt dort an, wo der Kaffee wächst. Mein kolumbianischer Kaffee kommt direkt von der Plantage meiner Familie, die seit Generationen mit viel Herzblut Kaffee anbaut. Ich kenne die Menschen, die dahinterstehen – nicht nur als Produzent*innen, sondern als Teil meiner eigenen Geschichte.

Zusätzlich arbeite ich auch mit anderen Herkünften, die ich sehr sorgfältig auswähle – immer mit Blick auf Transparenz, faire Bedingungen und respektvollen Umgang mit Natur und Mensch.

Nachhaltigkeit ist für mich kein Trend, sondern Verantwortung. Ich röste in kleinen Chargen, achte auf kurze Wege, auf Ehrlichkeit im Einkauf – und ich verkaufe nur das, was ich auch selbst mit gutem Gefühl trinken würde.

Welche Herausforderungen hast du als Unternehmerin in der Kaffeebranche erlebt, und wie hast du sie gemeistert?

Eine der größten Herausforderungen ist die Logistik – besonders, weil ich den Kaffee meiner Familie aus Kolumbien in kleinen Mengen importiere. Das ist aufwendig, teuer und manchmal ziemlich kompliziert. Auch die stark gestiegenen Preise auf dem Weltmarkt machen es nicht einfacher.

Aber ehrlich gesagt: Die größte Herausforderung bin manchmal ich selbst – mit meinen Zweifeln, meinen Fragen und dem Gefühl, allem gerecht werden zu müssen. Ich habe gelernt, Schritt für Schritt zu gehen, Entscheidungen zu treffen und meinem Weg zu vertrauen.

Auch als Ausländerin in Österreich bringt der Aufbau eines Unternehmens seine eigenen Hürden mit sich – vor allem sprachlich und bürokratisch. Aber ich habe in der Branche viel Unterstützung erlebt und viele Menschen getroffen, die mich ermutigt haben. Das hat mir geholfen, weiterzumachen.

Gibt es spannende Projekte oder Erweiterungen, die du für ZOE Kaffeekultur planst?

In den letzten zwei Jahren habe ich viel Zeit damit verbracht, das Bestehende zu pflegen, das Geschäft am Laufen zu halten und gleichzeitig im Hintergrund an kleinen, aber wichtigen Veränderungen zu arbeiten – vor allem im Bereich Branding und Produktentwicklung.

Jetzt fühle ich mich bereit, mit diesen neuen Ideen nach außen zu gehen. Mein Ziel für dieses Jahr ist es, meine Geschichte und meine Erfahrung sichtbarer zu machen und mehr Menschen für die Welt des Kaffees zu begeistern – durch Workshops, durch Präsenz bei Veranstaltungen und vielleicht auch durch ein kleines Café oder einen mobilen Stand hier in Vorarlberg.

Ich möchte Kaffee nicht nur verkaufen, sondern erlebbar machen – mit allen Sinnen.

Nenne uns fünf Worte, die dich beschreiben!

Unaufhaltsam – ich gehe meinen Weg, Schritt für Schritt… mit Musik und einem Lächeln.

Tanzbereit – ich komme schließlich aus Kolumbien 💃

Wertschätzend – gegenüber Menschen, Kaffee und kleinen Details.

Wanderlustig – immer bereit, den nächsten Gipfel zu erklimmen.

Koffeinhaltig – ich bin meine Firma. Ich bin ZOE. ☕

 

Mehr über Zoe’s Kaffeekultur und Margareth Solarte findest du hier!

 

Fotos: Martin Schachenhofer