Julia ist Mitgründerin von Jause:Pause und verfolgt eine klare Mission: gesunde Ernährung leicht machen – für Kinder, Familien und Unternehmen. Im Interview erzählt sie, wie aus einer einfachen Idee für stressfreie Morgen ein Social Business wurde, warum Nachhaltigkeit dabei keine Nebensache ist und welche Pausenkultur sie sich für die Zukunft wünscht.
Julia, du bist Mitgründerin von Jause:Pause – wie entstand die für viele so wertvolle Idee, gesunde „Pausenboxen“ in Schulen zu etablieren?
Die Idee entstand aus einem sehr alltäglichen Bild: Viele Familien starten gestresst in den Morgen und es fehlt schlicht die Zeit, ausgewogene Pausenmahlzeiten vorzubereiten. Gleichzeitig zeigen Zahlen, dass nahezu 30 % unserer Kinder übergewichtig sind – ein alarmierendes Signal. Auf der anderen Seite wissen wir: Kinder, die sich gesund ernähren, können sich besser konzentrieren, lernen leichter und entwickeln langfristig stabilere Gewohnheiten. Für meinen Geschäftspartner und mich war schnell klar: Hier braucht es eine Lösung, die Familien entlastet und gleichzeitig einen echten Mehrwert für das Schulleben schafft. So entstand Jause:Pause – eine Symbiose aus gesunder Ernährung, praktischer Entlastung und Gesundheitsförderung. Mittlerweile sind wir nicht nur bei der Jause, sondern mit warmen Mittagessen zum Ganztages-Pausenanbieter gewachsen.
Und mit „Mittags:Pause“ übertragen wir diese Idee seit kurzem auf die Arbeitswelt: Mit unserem Lunchglas schaffen wir gesunde Büro-Mittagspausen mit ernährungsbewussten Gerichten, die Energie geben, statt müde zu machen. Für Unternehmen bedeutet das gesündere Mitarbeiter, bessere Konzentration, weniger Ausfälle – und eine Unternehmenskultur, die spürbar Wohlbefinden fördert.
Eure Boxen und Gerichte sind bewusst ernährungsphysiologisch zusammengestellt – was treibt dich persönlich an, dieses Bewusstsein für gesunde Ernährung bei Kindern zu stärken? Mich bewegt die Vorstellung, Kindern etwas zu geben, das weit über die Pausenzeit hinauswirkt – ein Fundament für ihre Gesundheit. Die Essgewohnheiten, die wir in der Kindheit entwickeln, prägen uns ein Leben lang. Ich habe selbst erlebt, wie stark Ernährung den Alltag beeinflusst: Energie, Konzentration, Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden – all das hängt daran. Meine Motivation ist, dass wir als Gesellschaft begreifen: Gesund essen ist ein Stück Lebensqualität und Selbstfürsorge.
Mit eurem Mehrwegboxen-Konzept investiert ihr auch in Nachhaltigkeit statt Wegwerfmentalität. Wie setzt ihr diesen Anspruch im Alltag konsequent um?
Wir haben uns ganz bewusst gegen Einwegverpackungen entschieden. Jede unserer Boxen ist robust, kindgerecht und Teil eines geschlossenen Kreislaufs. Das bedeutet: weniger Abfall, mehr Verantwortung. Doch Nachhaltigkeit endet für uns nicht beim Material. Wir setzen auf kurze Lieferwege, regionale Zutaten (Gemüse vom eigenen Acker) und enge Zusammenarbeit mit lokalen Betrieben. Dasselbe Prinzip übertragen wir auf unser Mittagskonzept: Statt Plastik gibt es langlebige Glasbehälter, die immer wieder genutzt werden.
Viele Eltern sind morgens im Stress – welche Rückmeldungen aus dem Alltag geben dir das Gefühl, gerade echten Mehrwert zu schaffen? Der Satz, den ich am häufigsten höre, lautet: „Endlich habe ich morgens keinen Stress mehr.“ Eltern erzählen mir, dass sie beruhigt sind, weil sie wissen: Ihr Kind ist nicht nur satt, sondern auch ausgewogen versorgt. Für mich ist genau das der Kern von Mehrwert: praktische Entlastung und gleichzeitig echte Gesundheitsförderung.
Wenn du auf die nächsten Jahre blickst: Wo willst du mit Jause:Pause stehen – und was möchtest du langfristig für die Pausenkultur junger Generationen bewegen? In fünf Jahren soll Jause:Pause in der DACHLI-Region so selbstverständlich sein wie der Stundenplan – ein fester Bestandteil des Schulalltags. Meine Vision reicht aber weiter: Ich wünsche mir eine neue Pausenkultur, die gezielt Gesundheit fördert. Eine Pause, die nicht nur satt macht, sondern nachhaltig Energie gibt, das Immunsystem stärkt und Kinder wie Erwachsene langfristig vor Zivilisationskrankheiten schützt. Mit Jause:Pause und Mittags:Pause wollen wir zeigen, dass die Pause kein Nebenschauplatz ist, sondern ein entscheidender Beitrag zu Leistungsfähigkeit, Resilienz und Wohlbefinden – heute und für die Zukunft.
Nach so viel Unternehmergeist – was würdest du anderen Gründer:innen mit auf den Weg geben, wenn es um Startups mit sozialem Impact geht? Mein wichtigster Rat: Denke nicht in Produkten, sondern in Lösungen. Ein soziales Startup hat dann Kraft, wenn es ein echtes Bedürfnis anspricht und nachhaltig beantwortet – nicht, wenn es nur einem Trend folgt. Wirkung entsteht durch Konsequenz und Verantwortung, nicht durch schnelle Gewinne. Und ja, es braucht Geduld: Ein Social Business wächst in Vertrauen und Beziehungen. Wenn deine Vision stark genug ist, trägt sie dich auch durch schwierige Phasen – und macht dich langfristig stabil und widerstandsfähig.
Fünf Worte, die dich beschreiben:
optimistisch
lösungsorientiert
motivierend
wertschätzend
dynamisch





