Einen Schritt weiter denken: Generationenkonflikt vorbeugen

Presseaussendung: Vorarlbergs JungunternehmerInnen möchten wieder durchstarten und mit klaren Perspektiven das kommende Geschäftsjahr beginnen. Dies geht aus einer Blitzumfrage der Jungen Wirtschaft Vorarlberg hervor. Der dritte Lockdown schafft für diesen Neustart erschwerte Rahmenbedingungen – umso wichtiger ist es, den UnternehmerInnen im Anschluss wieder Planbarkeit zu ermöglichen. Gleichzeitig müssen staatliche Förderungen nun gezielt bei jenen Betrieben ankommen, die sie dringend brauchen. Dafür ist es notwendig, Licht in den Förderdschungel zu bringen – nicht zuletzt auch um einem Generationenkonflikt vorzubeugen.

 

Die Corona-Krise ist an kaum einem Unternehmen spurlos vorbeigegangen. Während die einen unmittelbar von den Auswirkungen betroffen waren und bereits im Frühjahr Umsatzverluste hinnehmen mussten, trifft es andere Branchen zeitverzögert. Die Bundesregierung leistete im Rahmen von milliardenschweren Konjunkturpaketen und Fördertöpfen der heimischen Wirtschaft wichtige Überbrückungshilfe. „Diese schnellen Unterstützungsmaßnahmen waren richtig und notwendig – sowohl die großen Pakete wie die Kurzarbeit, als auch die kleineren Initiativen wie beispielsweise die Erhöhung der Steuerfreigrenze bei Gastronomie- und Handelsgutscheinen. Eine Blitzumfrage, die wir noch vor Bekanntgabe des dritten Lockdowns durchgeführt haben, zeigte, dass Vorarlbergs JungunternehmerInnen nun aber endlich wieder durchstarten und den Fokus positiv nach vorne richten möchten. Damit diese Motivation trotz Lockdown III beibehalten werden kann, brauchen wir jetzt mehr denn je Planbarkeit und klare Perspektiven“, erklärt Verena Eugster, Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Vorarlberg und Geschäftsführerin der W3 Marketing GmbH und ergänzt: „Gleichzeitig müssen Förderungen nun gezielt bei jenen Betrieben ankommen, die sie dringend benötigen. Dafür bedarf es einer klaren Linie und Licht im vorhandenen Förderdschungel – nicht zuletzt auch um einen Generationenkonflikt zu vermeiden. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass es die nächste Generation sein wird, die diese Wirtschaftshilfen abzahlen muss.“

 

Normalisierung im Sommer 2021 erwartet

Darüber hinaus waren die JungunternehmerInnen vor Bekanntgabe des dritten Lockdowns überwiegend positiv gestimmt, was die Erwartungen an das kommende Geschäftsjahr betrifft. In diesem Zusammenhang waren auch 80 % der Befragten der Meinung, dass es keiner weiteren Staatshilfen bedarf. „Der Lockdown III schafft nun natürlich eine ganz andere Ausgangslage als zum Zeitpunkt der Befragung. Unabhängig davon, gehen ExpertInnen aber von einer Normalisierung des Lebens ab dem Sommer 2021 aus. Diese Perspektive müssen wir nutzen“, sagt Julia Grahammer, Geschäftsführerin der Jungen Wirtschaft Vorarlberg. Einer dieser Experten ist der Österreicher Florian Krammer, Virologe und Impfstoffforscher am renommierten Mount Sinai Hospital in New York: „Ich glaube, dass das Leben im späten Frühjahr bzw. Anfang Sommer relativ normal werden wird. Wir werden das Virus wahrscheinlich nicht eliminieren. Das Virus wird uns bleiben, aber wenn es wenige Fälle gibt, ist das überhaupt kein Problem“, so Krammer in einem Radio-Interview. „Mit dieser Aussicht müssen die heimischen Betriebe möglichst bald wieder die langfristige Planung aufnehmen anstatt weiter nur auf Sicht zu fahren“, betont Grahammer.

 

Noch nie gab es so viele Möglichkeiten am Markt

Neben all den Herausforderungen, die die Pandemie mit sich bringt, birgt sie auch Potenzial für neue Geschäftsideen und Innovationen. Denn es sind vor allem Veränderungen, die neue Bedürfnisse und Ideen entstehen lassen. Die Corona-Krise hat aufgezeigt, welche Angebote am Markt fehlen. „Noch nie war Unternehmertum so chancenreich wie jetzt. Noch nie gab es so viele Möglichkeiten am Markt. Obwohl es für manche vielleicht paradox klingen mag: Aber jetzt ist der beste Zeitpunkt, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen“, so Tim Mittelberger, Vorstandsmitglied der Jungen Wirtschaft Vorarlberg und Geschäftsführer von Dorfelektriker Mittelberger GmbH.